Aktuelle Analyse Nr. 96 vom 05.11.2004
Die USA verteidigen entschlossen und klar die westlichen Werte, um ein Jahrhundert der Freiheit im eigenen Land und überall auf der Welt zu erreichen. Die deutliche Wahl 2004 von George Walker Bush ist ein Bekenntnis der Bürger der Vereinigten Staaten zu dieser seit 1941 übernommenen Verantwortung. "Amerika, du hast es besser," (Goethe 1827) denn die amerikanischen Werte stabilisieren die internationale Ordnung und stärken die unverzichtbare Führungsrolle der USA in Europa.
Der "American way of life" bezieht die Kraft durch einen universalistischen Idealismus. Er ver-deutlicht die Selbstbeherrschung der nationalen Position und bestärkt die Handlungsfähigkeit durch eine klare Entscheidung für die Rechten und Pflichten der Vereinigten Staaten von Ame-rika. Unter dem "American way of life" subsumieren sich die persönliche Bindung der US- Amerikaner an die Normen setzende Gültigkeit der Verfassungsprinzipien, wie die Verteidigung der menschlichen Würde, und der Anspruch auf Grundlage der eigenen Kraft erfolgreich zu sein.
Die Vereinigten Staaten symbolisieren "God's own country". Die amerikanischen Einwanderer waren zumeist religiös Verfolgte, die glaubten das "gelobte Land" gefunden haben. Aufgrund dieser Selbstbestimmung ist es ein "offenkundiges Schicksal" der Vereinigten Staaten, das internationalen Systems gegen Wertebeliebigkeit und Extremismus zu zivilisieren. In dieser Tradition und in der Sicherheit, das Gute zu praktizieren, übernahmen die Vereinigten Staaten die Verantwortung, auch im Irak, die westlichen Werte zu verteidigen und so im Beziehungsgeflecht der Staaten als Balancemacht die internationale Stabilität zu gewährleisten.
Aus der Überzeugung das Beste zu tun, resultiert ein Optimismus, der eine "Frontier" zur Chance werden läßt. Die Herausforderungen und Grenzen werden wie zu den Zeiten des "wilden We-stens" hart und entschieden bewertet. Mit der Standfestigkeit, eine vorbildhaften Nation zu sein, gelingt es den Vereinigten Staaten aus jeder Krise gestärkt hervorzugehen. Die Wahrnehmung einer Grenze wurde in der nationalen Geschichte nie nur geographisch gesetzt. Die weltumspannende Präsenz der amerikanischen Soldaten ist auch damit verbunden, die politische, wirtschaftliche und militärische Stärke der Vereinigten Staaten für die Zukunft zu sichern.
Die amerikanische Entscheidung, eine gesetzte Grenze hart und entschieden zu bewältigen, resultiert aus einer skeptischen Weltsicht, daß Mißgunst die Antriebsfeder des menschlichen Handelns ist. Daher sind die USA als stärkste Macht stetig von Feinden umgeben. Diese skeptische Weltsicht in Verbindung mit einem idealistischen nationalen Selbstbild festigen den Mut auf Angriffe mit "Containment" zu reagieren. Die Eindämmung jeglicher Allianz dagegen ist zugleich ein Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten, da nationalen Interessen umgesetzt werden.
Auf der Grundlage der beschriebenen Werte wählen die Vereinigten Staaten ihre Repräsentanten. Dieses Fundament bildet auch den Maßstab für die Bewertung des Präsidenten. Ob es den Europäern gefällt oder nicht, das Leben von George Walker Bush verkörperte die beschriebenen Werte und somit ist er gewählt worden. George Walker Bush ist ein repräsentativer Präsident der Vereinigten Staaten. Präsidenten sind die Geschichte der Vereinigten Staaten. Daher vergleichen sich demokratische und republikanische Bewerber mit ihren Vorgängern. Die Präsidenten prägen die Identität der Amerikanern. Wahrscheinlich wird im Rückblick Präsident Bush jr. nicht die Spaltung zwischen den USA und der übrigen Welt, sondern die Wiederherstellung der unverwundbaren Sicherheit, der Prosperität und der in den Werten geeinten amerikanischen Gesellschaft in seine historische Bilanz gestellt bekommen. Doch bevor eine historische Bewertung des in der Reagan-Tradition folgenden George Walker Bush vorgenommen wird, wird die amerikanische Politik für Sicherheit und darauf folgend den Wohlstand in der kommenden Amtszeit fortgesetzt.
Die Vereinigten Staaten schauen aufgrund der zu bewältigenden Aufgaben gegenwärtig mehr über den Pazifik und erwarten von den Europäern ein partnerschaftliches Verhalten in Augenhöhen. Die alten Europäer kritisierten George Walker Bush aufgrund seiner Forderungen euro-atlantisch handlungsfähig zu sein. Doch die Europäer haben die Aufgabe ihr Schicksal anzunehmen und sich befähigt zu erweisen, d.h. neben dem Anspruch wirtschaftlich führend zu sein, sicherheitspolitisch Stärke zu bewiesen und die europäischen Werte zu bestärken. Diese Aufforderung hat George Walker Bush in der Vergangenheit entschlossen und hart formuliert. Die USA wird dennoch in der nächsten Amtszeit in einer Allianz mit Europa die westlichen Werte verteidigen.
Die Originalversion dieser Aktuellen Analyse finden Sie im Archiv der alten HAUS RISSEN HAMBURG Seite.