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Thomas H. Eckelmann (Vorsitzender der EUROGATE-Gruppengeschäftsführung) sprach am Dienstag, 27. März 2007 beim 5. HAUS RISSEN FORUM über sein Unternehmen im wachsenden Containermarkt

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Die Elbchaussee abreißen?

EUROGATE besitzt gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Contship Italia neun Seeterminals in Deutschland, Italien und Portugal, und hatte einen Umsatz von 12,5 Millionen TEU in 2006. Damit hat sich das Unternehmen als größter Containerterminal-Betreiber in Europa etabliert. Das Unternehmen profitiert vom stetig wachsenden Containerumschlag und ist so ständig im Inbegriff auszubauen. Zwar betreibt die Hamburger Hafen und Logistik AG mehr Terminals in Hamburg aber EUROGATE wächst nach Thomas Eckelmann (Foto links, mit Dirk Bergmann) um ein Vielfaches schneller.

In den nächsten Jahren sollen zwei weitere Containerterminals mit EUROGATE-Beteiligung in Betrieb genommen werden: In Wilhelmshaven der Tiefwasserhafen JadeWeserPort und in Marokko, als eine logistische Brücke zwischen Afrika und Europa, der TangerMedGate.

Eckelmann erläuterte, dass auch der EUROGATE Container Terminal Hamburg deutlich erweitert und modernisiert werden soll, um weiterhin den steigenden Containermengen gerecht zu werden. Neben zusätzlicher Flächengewinnung durch das Zuschütten des Petroleumhafens werden auch zwei weitere Liegeplätze für Großcontainerschiffe entstehen. Eckelmann nannte die Bauvorhaben in Hamburg „Operation am offenen Herzen“, da die Umbauten und Erweiterungen vorgenommen werden, während die Terminals ständig weiterarbeiten.

 

Der enorme Boom dieser Logistik-Branche zeigt sich deutlich in den Wachstumszahlen des Unternehmens. So verzeichnete EUROGATE in den Jahren von 1999 bis 2006 einen Anstieg des Containerumschlags von 97,4% und damit von 6,4 Millionen TEU auf 12,5 Millionen TEU. Auch die Beschäftigungszahlen stiegen in dieser Zeit um 56% von 4.240 auf 6.625 Beschäftigte.

Der Vorsitzenden der EUROGATE Gruppengeschäftsführung sieht die Schwachstellen des Hamburger Hafens unter anderem in der Wassertiefe. Die großen Containerschiffe der kommenden Generation werden in Hamburg nicht einlaufen können, sondern in Häfen wie Wilhelmshaven oder Tanger, welche über die nötige Wassertiefe verfügen.

Ein weiteres Problem stelle der kommende Flächenbedarf dar. Nach einer Prognose sollen bis 2025 bis zu 26 Millionen Standardcontainer umgeschlagen werden. Damit werde sich der Umschlag verdreifachen. Nach Eckelmann sei eine solche Auslastung des Hamburger Hafens nicht möglich und so sagte er scherzend: „In diesem Fall müsste man die Elbchaussee abreißen“.

Es bestehe Planlosigkeit in Bezug auf das Wachstum der Branche. Für den erwarteten Anstieg des Containerumschlags müsse man die Infrastruktur des Hinterlandverkehrs enorm ausbauen. Eckelmann bezeichnete den Bahnbereich als katastrophal und schon jetzt bestünden „Reparatur- und Wartungsstaus in erheblichem Ausmaß“. Der momentane Zustand der Infrastruktur sei alles andere als ausreichend und werde dem Wachstum in der Logistikbranche nicht standhalten.

Des Weiteren übte Thomas Eckelmann scharfe Kritik an der Politik Hamburgs. Die Verfahren für eventuelle Erweiterungen seien zu langwierig und damit schlecht für ein schnelles Wachstum. Während Erweiterungen, wie etwa durch das Zuschütten des Petroleumhafens, beispielsweise in Schanghai innerhalb eines Jahres geschehen können, erschwere der politisch bürokratische Aufwand in Hamburg eine schnelle Durchsetzung solcher Pläne. Jedoch merkte Eckelmann an: „Das ist so in Hamburg, egal wer die Regierung stellt“.

 

Trotz alledem werde Deutschlands größter Hafen für das Containergeschäft wichtig bleiben, da Hamburg über ein sehr großes Einzugsgebiet verfügt und als einer der Hauptverkehrsknotenpunkte Nordeuropas gute Anbindungen an die Wirtschaftszentren Skandinaviens, Zentral- und Osteuropas besitzt. Noch dazu werde man in Zukunft vielleicht doch Rotterdam als größten Containerhafen in Europa überholen.

EUROGATE wurde 1999 als ein Gemeinschaftsunternehmen der Hamburger EUROKAI, welche als ein Familienunternehmen in der fünften Generation von Kurt Eckelmann 1989 seinem Sohn Thomas übergeben wurde, und der staatlichen Bremer BLG Logistics Group. Beide Unternehmen sind zu 50% an EUROGATE beteiligt.

So bündelte sich hier das Know-how zweier führender Logistikdienstleister und eine neue Unternehmenskultur wurde gegründet. EUROGATE ist zu 33,4% an dem italienischen Partnerunternehmen Contship Italia beteiligt, während die restlichen 66,6% zur EUROKAI-Gruppe gehören.

Eckelmann zeigte an diesem Abend im HAUS RISSEN FORUM, dass das Unternehmen für den Standort Deutschland und speziell Hamburg als ein Job-Motor bezeichnet werden kann, da das Unternehmen aufgrund der Entwicklung des Containerumschlags und des damit konsequenten Kapazitätenausbaus in Hamburg und an den anderen Standorten neue Arbeitsplätze schafft, und gab ein Bekenntnis zum Standort Hamburg: „Ich bin ein Hamburger Junge und EUROKAI wird immer in Hamburg bleiben.“

 
         
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