»Biotechnologie – Zukunftsbranche des 21. Jahrhunderts«

Jörn Aldag (Vorstandsvorsitzender der Evotec) war am Montag, 9. Juli 2007 zu Gast beim 8. HAUS RISSEN FORUM.

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Beim 8. HAUS RISSEN FORUM sprach der Vorstandsvorsitzende der Biotech-Firma Evotec AG, Jörn Aldag, mit Dirk Bergmann zum Thema "Biotechnologie -Zukunftsbranche des 21. Jahrhunderts".

Aldag stellte im Laufe des Abends auch die neuesten Forschungsergebnisse seines Unternehmens vor: "Wir hoffen, dass wir bereits im nächsten Jahr ein biotechnologisch hergestelltes Schlafmittel, das weitgehend frei von Nebenwirkungen ist, zur Vermarktung freigeben können". Zwar seien viele Schlafmittel auf dem Markt, doch Evotec sieht große Chancen für einen neuen Wirkstoff. Aldag schilderte anschaulich die Problematik, als forschendes Unternehmen über lange Zeit keine Gewinne zu machen. Während bei anderen Aktiengesellschaften die Quartalszahlen im Blickpunkt der Aktionäre stehen, ist es bei Evotec das Vertrauen, eines Tages für einen Wirkstoff hohe Lizenzerträge zu erlösen. Aldag erläuterte auch, dass Evotec dabei in verschiedenen Vorstufen vor der endgültigen Marktreife bereits mit großen Partnerunternehmen zusammenarbeitet sich diese frühe Kooperation bereits finanziell auszahlt.

 
Publikum beim 9. HAUS RISSEN FORUM

Aldag schilderte auch die Gründe für den Wandel der Firma Evotec. Ursprünglich stellte die Firma Geräte im Bereich Screening-Technologie her, mit deren Hilfe unter Tausenden von chemischen Substanzen pharmazeutische Wirkstoffe identifiziert werden können. Der Markt hierfür sei jedoch zu klein, um auf Dauer nur mit diesen Geräten erfolgreich arbeiten zu können. Daher habe Evotec die Herstellung der Geräte selbst 2006 an das US-Unternehmen PerkinElmer abgegeben, das auch für einen leistungsfähigen technischen Support sorgen kann. Evotec nutzt dagegen seine eigene Technologie heute für die Wirkstoffforschung. Ein Teil der Forschung fände dabei inzwischen in Indien statt.

Die Übernahme durch große Pharmaunternehmen fürchtet Aldag nicht: "Wir sind viel flexibler und innovativer." betonte er in der Diskussion mit den rund 75 Gästen. Unter diesen fand abschließend ein kontroverser Meinungsaustausch zum Thema Stammzellenforschung statt.

Fragen und weitere Auskünfte zum HAUS RISSEN FORUM erhalten Sie direkt bei Dr. Eckard Bolsinger.

         
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