1. HAUS RISSEN Forum: „Hochbahner heiratet Bürgerliche“

Günter Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn, eröffnete mit seinem Beitrag am Donnerstag letzter Woche (14.09.2006) die Vortragsreihe HAUS RISSEN FORUM. Der Abend stand unter dem Thema „Der Wandel eines öffentlichen Dienstleistungsunternehmens im europäischen Wettbewerb“. Elste stellte in unterhaltsamer und ungezwungener Art die Entwicklung der Hamburger Hochbahn von einem defizitären Staatsbetrieb zu einem modernen Dienstleister europäischen Zuschnitts dar. In der anschließenden Diskussion präsentierte er sich als aufgeräumter Leiter eines Unternehmens, das nach dem Reformprozess zuversichtlich den zukünftigen Marktentwicklungen entgegentritt.

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Der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hochbahn beschrieb die Hindernisse und Stolpersteine, die es in der Anfangszeit zu überwinden galt. Der Referent betonte, dass vor allem die Mitarbeiter miteinbezogen werden müssten, da sie der wichtigste Faktor der Neuausrichtung des Unternehmens seien. Dass dies nur mit und nicht gegen die Sozialpartner geschehen könne, werde zu häufig unterschätzt. Verhandlungsgeschick und individuelle Tariflösungen seien dabei nur ein Teil der Maßnahmen, um notwendige Einschnitte durchzuführen. Vielmehr müssten die Mitarbeiter in ihrem grundlegenden Verständnis für den Markt geschult werden und könnten dann erst aus dem Erfolg „ihres“ Unternehmens auf dem Markt Motivation schöpfen. Daneben müsse vermittelt werden, dass jede Maßnahme nicht nur Einschränkungen, sondern Chancen für die Zukunft in sich berge.

Elste beschränkte sich nicht nur darauf, Vorgehensweise und Ziele aufzulisten, sondern verstand es, die Zuhörer mit kleinen Anekdoten über den ganzen Abend hinweg für das Thema zu begeistern. So illustrierte er das Selbstverständnis der ehemals Staatsbediensteten der Hochbahn und deren besondere Weltsicht geistreich mit der fiktiven Schlagzeile „Hochbahner heiratet Bürgerliche“.

Auf diese Weise brachte er selbst abstrakte Themen, wie die Kostenreduktion, kurzweilig und mit bisweilen süffisantem Unterton dem Publikum nahe. Als Beispiel für Verbesserungen führte er ins Feld, dass nun größere Tankkapazitäten in Bussen zwei Tage Betrieb ohne Nachtanken erlaubten und dadurch die Kosten gesenkt werden konnten. Darüber hinaus sei unter anderem der Einsatz der Sicherheitskräfte in der U-Bahn nur auf den ersten Blick ein unnötiger Kostentreiber: Geringere Schäden durch Vandalismus und deutlich gestiegene Fahrgastzahlen machten die Investition mehr als wett.

 
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Die anschließende Diskussion zeigte, wie überzeugt Günter Elste von dem beschrittenen Weg ist. Auf die Frage, wie die Hamburger Hochbahn auf die gestiegenen Energiepreise und der Abhängigkeit von den Versorgern reagiere, verwies Elste verschmitzt auf die Tatsache, dass die Hochbahngesellschaft in der Gründungszeit die benötigte Energie selbst erzeugt habe und dass dies unter veränderten Bedingen auch in Zukunft wieder denkbar sei.

Die gelungene Transformation der Hamburger Hochbahn zu einem wettbewerbsfähigen Unternehmen kann als Musterbeispiel dafür angesehen werden, dass Strukturwandel und Wettbewerb mit Mut und Entschlossenheit zu bewältigen sind. Dieser Geisteshaltung widmet HAUS RISSEN HAMBURG die Vortragsreihe HAUS RISSEN FORUM. In den nächsten Vortragsabenden hat ein ausgewählter Gästekreis die Möglichkeit, weitere „stille Stars“ der Hamburger Wirtschaft kennen zu lernen, die nicht verzagen, sondern anpacken.

Das HAUS RISSEN FORUM wird am Dienstag, 31. Oktober mit Uwe Frommhold (Geschäftsführer Color Line Arena Hamburg) fortgesetzt. Danach ist am Montag, 20. November Hans-Martin Rüter (Vorstandsvorsitzender und Gründer der Conergy AG) zu Gast.

 
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Aufmerksam verfolgte das Publikum Günter Elstes Vortrag beim 1. HAUS RISSEN Forum.

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Beim anschließenden Fingerfood diskutieren Dr. Dirk Pangritz (links, geschäftsführendes Vorstandsmitglied HAUS RISSEN HAMBURG) und Dr. Eckard Bolsinger (rechts, stellvertr. Institutsdirektor HAUS RISSEN HAMBURG) mit Gästen des 1. HAUS RISSEN Forum.

         
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