»Unsere Herkunft ist unsere Zukunft«

Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerke AG war am 4. September zu Gast im 9. HAUS RISSEN FORUM und sprach über die Erfolgsstrategien seines Betriebes und die erfolgreiche Positionierung von Familienunternehmen am Markt.

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Die Drägerwerke AG wurde 1889 von Johann Heinrich Dräger gegründet und ist heute ein in der fünften Generation erfolgreich geführtes Familienunternehmen mit rund 10.000 Mitarbeitern, von denen mehr als die Hälfte außerhalb von Deutschland arbeitet. Die Erfolgsgeschichte des Dräger-Konzerns widerspricht der landläufigen Meinung, nach der „Familienunternehmen nicht mehr sexy“ seien, wie der wissenschaftliche Leiter von HAUS RISSEN, Eckard Bolsinger hervorhob. Im Gegenteil, die über die Jahre immer stärkere Konzentration auf die beiden Kernbereiche „Dräger Safety“ und „Dräger Medical“ verhilft dem Unternehmen immer wieder zu schwarzen Zahlen.
Die Zentrale des Konzerns ist in Lübeck, wo Stefan Dräger aufwuchs und zur Schule ging.

Den Erfolg seines Unternehmens erklärt Stefan Dräger mit den zwei Wahlsprüchen des Betriebes: Einmal „Technik für das Leben“, der laut Dräger die zwei DNA-Stränge des Erfolgrezeptes enthalte: Technik mit den enthaltenen Innovationen und die Anwendung diese Technik auf Menschen. Laut Dräger entsteht aus der genauen Kenntnis der möglichen Anwendungen sowie der Technik eine Wechselwirkung, die immer wieder neue Möglichkeiten für die Positionierung auf dem Markt eröffne.

 

Der zweite Wahlspruch „Unsere Herkunft ist unsere Zukunft“ verweist dagegen auf den familiären Charakter des Unternehmens und das Bewusstsein der Verantwortung, die die Drägerfamilie für die Mitarbeiter und das Unternehmen trägt. Diese Verantwortung ist umso deutlicher bei genauer Betrachtung der Aktionärsstruktur der AG: Die stimmberechtigten Stammaktien hält ausschließlich die Familie Dräger, wobei das Stimmrecht aktuell auf Stefan Dräger akkumuliert ist. Diese Besonderheit führt Dräger auf die Prinzipien „Das Wohl des Unternehmens geht vor“ und „Einzelentscheidungen sind dem Unternehmen zuträglich“ zurück. Laut Dräger hat sich bestätigt, dass die Entscheidungsgewalt nicht geteilt werden sollte. Als Schutz vor der „Torheit des Unternehmers“ fungiere bei ihm immer der Aufsichtsrat als „unabhängiges Kompetenzzentrum“, der auch gleichzeitig die Glaubwürdigkeit an der Börse garantiere.
Hier liege laut Dräger ein Vorteil des Familienunternehmens gegenüber anonymen Aktiengesellschaften.

Weitere Gründe für das erfolgreiche Abschneiden der Dräger AG sieht Stefan Dräger in der großen Wichtigkeit, die in seinem Unternehmen auf die Mitarbeiterauswahl und -motivation gelegt wird. „Freiräume bei hoher Loyalität zu dem Unternehmen“ ist sein Konzept für die Mitarbeiterentwicklung.

Höchste Bedeutung für den Erfolgskurs misst Stefan Dräger auch der Konzentration auf die zwei Kernbereiche Sicherheit und Medizin bei, die durch konsequentes Outsourcing, Abstoßen besonders von Dienstleistungsbereichen und Vertikalisierung des Betriebes erreicht worden sei. Die Verringerung der Fertigungstiefe habe im Endeffekt zu einer höheren Wertschöpfung geführt.

Den Eindruck eines „Krisengewinnlers“ möchte Dräger vermeiden, obwohl er nicht abstreitet, durch das erhöhte Sicherheitsbedürfnis nach den Terroranschlägen des 11. Septembers und Epidemien wie SARS oder die Vogelgrippe unerwartete Umsatzsteigerungen erlebt zu haben. Auch aufgrund dieser Entwicklungen streitet er vehement ab, in dem Bereich der Medizintechnik 2006 eine rückläufige Auftragslage vorliegen zu haben. Dies sei lediglich ein statistischer Effekt, der auf zwei Großprojekte in 2006 zurückzuführen sei.

Für die Zukunft möchte Dräger sein Augenmerk vor allem auf die USA richten, später soll seine AG auch verstärkt in China und Japan agieren. Wichtig sei ihm bei allem globalen Denken aber immer, den Heimatmarkt nicht zu vernachlässigen.

Fragen und weitere Auskünfte zum HAUS RISSEN Forum erhalten Sie direkt bei Dr. Eckard Bolsinger.

         
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