geboren am 21. Mai 1918 in Kassel, gestorben am 29. Januar 1983 in Alicante (Spanien).
verfasst durch Jürgen Hagenmeyer, M.A.
Gerhard Merzyn wurde am 21. Mai 1918 in Kassel als Sohn des Oberlandeskirchenrates D. Merzyn geboren und war nach dem Abschluß seiner Schulzeit in Kassel von 1936 bis 1945 als Berufsoffizier tätig. Von 1943 bis 1945 war er als Student der Rechts- und Staatswissenschaften an der Berliner Universität immatrikuliert, konnte das Studium aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht abschließen. Das Ende des Krieges im Jahre 1945 bedeutete für ihn einen beruflichen Neuanfang: Nach einem Zwischenspiel als Lehrer für Englisch, englische Geschichte und Literatur an einem Dolmetscherseminar in Hannover und vorübergehender Tätigkeit als Geschäftsführer einer Weinbau- und Weinhandelsgesellschaft übernahm Gerhard Merzyn im Jahre 1950 für zwei Jahre die deutsche Leitung des Amerika-Hauses in Hannover. Seit dem Frühsommer 1952 war er am amerikanischen Konsulat als Referent für öffentliche Angelegenheiten in der Kulturabteilung tätig und baute in dieser Zeit ein enges Verhältnis zu allen Parteien, Organisationen und Institutionen in Niedersachsen auf.
Als in Hamburg Anfang der fünfziger Jahre in Kreisen aus Universität, Wirtschaft und Politik entstand, mit HAUS RISSEN einen Ort der Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten, des Gedankenaustausches sowie der politischen Bildung zu schaffen, konnte Merzyn dank persönlicher Beziehungen 1954 als Direktor verpflichtet werden. Nach den leidvollen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges sollte der jungen Demokratie Bundesrepublik Deutschland ein der Weimarer Republik ähnliches Schicksal erspart werden. Die Gestaltung einer demokratischen Ordnung, ihre Umsetzung in der Gesellschaft, die Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft und die Europäische Integration standen am Anfang einer von parteipolitischen und wirtschaftlichen Einflüssen unabhängigen Bildungsarbeit.





