Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer Veranstaltung „NATO, Russland und das Baltikum – eine osteuropäische Perspektive auf Sicherheit“ mit der lettischen Botschafterin Alda Vanaga und dem ehemaligen deutschen Botschafter in Polen, Rolf Nikel im HAUS RISSEN.
Die Veranstaltung wurde moderiert von Enrico Liedtke (Referent für Geo- und Sicherheitspolitische Bildung) mit einer Einleitung von Dirk Schmittchen (Geschäfts- und Institutsleitung/Bereichsleiter Geo- und Sicherheitspolitische Bildung).
Warum sich die Perspektiven unterscheiden
Die Diskussion zeigte, warum unsere östlichen Partner Sicherheit oft anders bewerten als wir in Deutschland.
Drei zentrale Erkenntnisse des Abends ...
1. Historische Erfahrungen prägen das Sicherheitsverständnis
Für viele Menschen in Polen und den baltischen Staaten sind Freiheit und staatliche Souveränität keine Selbstverständlichkeiten. Die Erfahrungen von Besatzung, Unterdrückung und Fremdherrschaft wirken bis heute nach und beeinflussen den Blick auf die aktuelle sicherheitspolitische Lage.
„Freiheit ist niemals selbstverständlich. Sie muss geschützt, verteidigt und jeden Tag neu bewahrt werden.“ – Alda Vanaga.
2. Resilienz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Zivilschutz, Krisenvorsorge, der Umgang mit Desinformation und die Stärkung gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit werden dort als zentrale Bestandteile nationaler Sicherheit verstanden.
„Anstatt Angst zu wählen, wählen viele Menschen Verantwortung.“ – Alda Vanaga.
Ein wiederkehrender Gedanke des Abends war, dass erfolgreiche Diplomatie auf Glaubwürdigkeit, wirtschaftlicher Stärke und Verteidigungsfähigkeit beruht.
„Diplomatie ist nur dann effektiv, wenn sie sich auf wirtschaftliche und militärische Stärke stützen kann.“ – Rolf Nikel.
Die Bedeutung osteuropäischer Perspektiven für Europa
Besonders deutlich wurde dabei auch, wie wichtig es ist, die Perspektiven unserer östlichen Partner stärker in deutsche und europäische Debatten einzubeziehen.
Gerade in Zeiten wachsender geopolitischer Unsicherheiten braucht Europa einen offenen Austausch über Bedrohungswahrnehmungen, Sicherheitsinteressen und gemeinsame Verantwortung.
Ein prägnantes Schlusswort
Ein Satz der lettischen Botschafterin brachte die Haltung vieler Menschen dabei besonders eindrucksvoll auf den Punkt:
„Wir werden keinen Zentimeter unseres Territoriums aufgeben.“ – Alda Vanaga.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Botschafterin Alda Vanaga und Botschafter a. D. Rolf Nikel für die spannenden Einblicke sowie bei unseren Gästen für die engagierte Diskussion.
Mehr Informationen zu unseren geo- und sicherheitspolitischen Bildungsangeboten finden Sie unter: HAUS RISSEN - Geo- und Sicherheitspolitische Bildung