„HAUS RISSEN ist ein Ort guter Ideen, ein Umschlagplatz freier Meinungen, an dem unterschiedliche Auffassungen zu Wort kommen und zu einem selbständigen Urteil führen.“
Karl Carstens (Bundespräsident 1979 - 1984)
Aktuelles aus dem HAUS RISSEN
Besondere Veranstaltungen, innovative Seminare, ausgezeichnete Kooperationspartner, neue Gesichter und vieles mehr: In dieser Rubrik erfahren Sie Aktuelles aus dem HAUS RISSEN. Sie lesen zudem Statements zu aktuellen Geschehnissen, als persönliche Stellungnahme unserer Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Sicherheitspolitik und Jugendbildung.
Kein Scherz
Erst dachten wir, es handle sich um einen Scherz, als Anfang Oktober 2025 im Postfach unserer Initiative ERSTWAHLPROFIS eine E-Mail der National Election Commission of the Republic of Korea landete. Denn unser Projekt ist seit seinen Anfängen im Jahr 2017 zwar kontinuierlich gewachsen, dabei jedoch stets innerhalb der deutschen Bundesgrenzen geblieben.
Offenbar hatte unser einzigartiger gemeinnütziger Ansatz, nachhaltig aktive Demokrat*innen und Multiplikator*innen zu schaffen, aber spätestens im Rahmen der Berliner Wahlwiederholung 2023 größere Wellen geschlagen, als wir angenommen hatten.
Baden-Württembergs grüne Täler
Gewissermaßen gerade aus Oldenburg zurückgekehrt, zog es HAUS RISSENs erfolgreiches mobiles Jugendbildungsprogramm Nation & Du auch schon wieder in die Ferne. Diesmal ins beschauliche Künzelsau, dem Sitz der namhaften Adolf Würth GmbH & Co. KG und ihrer Stiftung Würth im schwäbischen Teil des Frankenlands.
Genau in deren Auftrag spielten wir, die Jugendreferenten Marius Fröchling und Joscha Radlach, unser zweitägiges Rollenspiel binnen einer Woche jeweils mit Schülerinnen und Schülern neunter und zehnter Klassen der Freien Schule Anne-Sophie sowie der Georg-Wagner-Schule durch.
Märchenhafte Atmosphäre im Kulturhaus Würth
Angekommen in der Veranstaltungslokation im Herzen Künzelsau, dem Kulturhaus Würth, wurde uns erst einmal klar, dass es sich um einen ganz besonderen Ort handelte: eine von Carmen Würth persönlich geschaffene öffentliche Bibliothek mit dem Namen „Frau Holle“, stilistisch gestaltet nach dem gleichnamigen Märchen.
Die malerische Bibliothek befand sich im ersten Stock des Gebäudes, direkt über dem ebenfalls sehr ansehnlichen, hochmodernen Seminarraum, in dem Nation & Du stattfand. Weitere Informationen für Interessierte gibt es unter kunstkultur.wuerth.com.
Am 29. Oktober 2025 fand im HAUS RISSEN unsere letzte Abendveranstaltung 2025 statt, dieses Mal zum Thema „Erstarkter Populismus - wie stabil ist unsere Demokratie?“. Eine Nachbetrachtung der Podiumsdiskussion.
Wenn es um den Erfolg und die Etablierung populistischer Parteien geht, war Deutschland im europäischen Vergleich über lange Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Während in Nord- und Westeuropa vor allem Rechtspopulisten bereits ab den 1980er Jahren in die Parlamente einzogen und dort auch blieben, schlugen derartige Versuche hierzulande weitgehend fehl.
Mit dem Aufstieg der AfD ist der Populismus mittlerweile jedoch auch aus dem deutschen Parteienwettbewerb nicht mehr wegzudenken und verbindet sich bisweilen mit radikalen und extremen politischen Einstellungen. Ebenso finden sich auf der Seite der politischen Linken Nachahmungsversuche, die es wie das BSW bis in Regierungsverantwortung brachten.
Weiterlesen: Erstarkter Populismus - wie stabil ist unsere Demokratie?
Nation & Du erneut an der IBS IT & Business School Oldenburg
Am 23. und 24. Oktober 2025 durften wir, Marius und Joscha, unser Programm Nation & Du wieder einmal mit 55 Studienanfängerinnen und -anfängern der IBS IT & Business School Oldenburg durchspielen. Hierbei versetzten wir uns zurück ins Jahr 1989, an den Morgen nach dem Mauerfall, und ließen die jungen Teilnehmenden Ideen für einen politischen und gesellschaftlichen Neustart des im Zerfall begriffenen DDR-Regimes erarbeiten.
Hohes Niveau von Anfang an
Dabei fielen von Anfang an nahezu alle Beiträge der acht Parteien durch ihr hohes Niveau auf. Bereits im ersten Rollenspielelement, der politischen Talkshow, konnten die Vertreter der Parteien die Fragen des Moderators fundiert beantworten und gaben so ihren Programmen schon früh Profilschärfe.
Hier fiel besonders die anarchistische Partei überraschend dadurch auf, dass sie keinen radikal-anarchistischen Kurs verfolgte, sondern tatsächlich um den Aufbau eines funktionierenden Staatsapparats bemüht war. Auch zeigte sich, dass sämtliche Parteien, inklusive der sozialistischen Partei, grundsätzlich einen marktwirtschaftlichen Ansatz verfolgten, wenn auch in zum Teil sehr unterschiedlicher Ausprägung.