„Aller guten Dinge sind drei“ könnte das Motto für SVeN in diesem Winter sein. Traditionell richtet HAUS RISSEN in jedem Jahr im November und Dezember je eine Simulation der Vereinten Nationen (SVeN) für etwa 120 Jugendliche aus.
Doch in diesem Jahr war die Nachfrage so groß, dass eine dritte Konferenz im Januar dazu kam. Nicht ganz so groß, aber eine Möglichkeit für knapp 70 weitere Schülerinnen und Schüler von Stadtteilschulen, erste Gehversuche auf diplomatischem Parkett zu unternehmen.
Vorbereitung auf SVeN
Für SVeN bereiten sich die Jugendlichen über mehrere Tage unter Anleitung einer Projektbetreuung, meist einer Lehrkraft, auf die Rolle als Delegierte eines Landes bei den Vereinten Nationen vor. Dafür stellt HAUS RISSEN umfangreiche Lehrmaterialien digital bereit.
Interessen und Kompromisse
Und dann ist es so weit: zwei Tage lang wird verhandelt. Im Menschenrechtsrat zum Thema Mädchenrechte, im Wirtschafts- und Sozialrat zur Frage, wie die Staaten ihrer Bildungspflicht gegenüber ihren Kindern nachkommen können. Die Interessen der verschiedenen Staaten treffen aufeinander und Kompromisse müssen gefunden werden.
Dabei spiegelt sich die gegenwärtig geringe Bereitschaft, umfassende internationale Verpflichtungen einzugehen, auch in den Ergebnissen der SVeN-Konferenzen wider. Getreu der Positionen ihrer jeweiligen Länder, diskutieren die Jugendlichen über jede Formulierung in den vorgegebenen Konventionsentwürfen und fügen immer wieder ein „wenn möglich“ ein, um keine echten Verpflichtungen einzugehen, während andere für noch strengere Regelungen kämpfen.
Argumentation, Reden und Änderungsvorschläge
Neben der politischen Bildung zu den unterschiedlichen Gegebenheiten verschiedener Länder, den Institutionen der Vereinten Nationen und den beiden Verhandlungsthemen, üben sich die Delegierten in Kompromissfindung und Argumentation, halten Reden und verfassen Änderungsvorschläge und gehen in den Austausch mit Jugendlichen aus anderen Stadtteilen und Schulformen.
Gerade die Rolle als Delegierte ermöglicht dort Gespräche, wo die Lebenswelten oft sehr weit auseinander liegen.
Schülerinnen und Schüler aus allen Bereichen
Insgesamt nahmen im Schuljahr 2025/26 sieben Stadtteilschulen, fünf Gymnasien, zwei Privatschulen, eine Gymnasiale Oberstufe und eine Berufsschule an SVeN teil. Und auch diesmal hatten wir Gäste: neben einer Gruppe aus Pinneberg reiste eine Klasse aus Bremerhaven und eine kleine Gruppe sogar aus Bayern an.
Die Verhandlungen waren lebhaft und die Zahl der Änderungsvorschläge, die die Jugendlichen verfassten, riesig. Aber mit Unterstützung aus allen Bereichen des Hauses war SVeN gleich dreimal ein Erfolg.
Danksagung
Ein besonderer Dank gilt den Förderern, die SVeN möglich machen:
die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, die Stiftung Chancen für Kinder, die Konrad-Adenauer-Stiftung, der Perlenfonds der Joachim Herz Stiftung, Claussen-Simon-Stiftung, der Zonta Club Hamburg Elbufer, die Bergedorf-Bille Stiftung, die dhu Stiftung, die Hamburger Volksbank sowie die Spenderinnen und Spendern des Crowdfundings.